New York, Kanadas Ostküste, Island

(Fotogalerien noch in Bearbeitung)


Samstag, 13. Juli 2019 - Anreise Zürich-Keflavik-New York


New York, New York, wir fliegen über Island nach New York.

Unser Flieger ab Zürich startet um 17.45 Uhr in Richtung Island. Dort steigen wir um und fliegen weiter in Richtung Nordamerika. Die Umsteigezeit in Keflavik ist sehr knapp bemessen, von daher haben wir bedingt durch eine Verspätung unserer Maschine ein ungutes Gefühl, was unser Gepäck betrifft. Kann das in ca. 20 Minuten von einer in die andere Maschine umgelegt werden? Dazu später mehr.

Die Umsteigezeit ist sehr kurz, wir hasten durch das Terminal zu unserem Gate. Onkel und Bruder S., der uns auf dieser Reise begleitet, sitzt bereits im Flieger. Auch er hatte eine Stunde Verspätung ab Hamburg, sein Zeitpuffer war allerdings mehr als ausreichend.

Der Flug nach New York/JFK ist ruhig, geht über 5 Stunden und 15 Minuten. Um 22.15 Uhr Ortszeit landen wir in JFK.

Die Abfertigung im Zoll verzögert sich um 1 Stunde, bedingt durch einen totalen Stromausfall in Manhattan sind die Computer ausgefallen. Während der Wartezeit werden wir ausgerufen und darauf hingewiesen, dass zwei unserer Reisetaschen nicht mitgeliefert worden sind. Der Urlaub fängt super an. Ein Koffer soll zwar eingetroffen sein, wir finden ihn jedoch nicht auf dem Gepäckband.

Nach Passieren der Einreisekontrollen melden wir unseren Verlust am Baggage-Schalter. Unsere Taschen können frühestens am nächsten Abend geliefert werden, da vorher keine Maschine der Iceland Air aus Keflavik kommt. Somit haben wir in New York nur das, was wir am Körper tragen und die Dinge im Rucksack.

Bedingt durch die späte Anreise hatten wir uns den Luxus eines Stretch-Limousinentransfers zu unserem Appartement nach East Harlem gegönnt. Der Fahrer ist verständlicherweise nach 2 Stunden Wartezeit in der Ankunftshalle etwas genervt, zeigt aber kundenfreundliches Verständnis und macht das Beste aus seiner Situation. Mit Flugzeugverspätungen muss man immer rechnen, aber 2 Stunden Wartezeit mit Nichtstun verbringen ist schon anstrengend.

Unser Appartement in 55 East 117 th Street erreichen wir recht zügig, der Verkehr ist um diese Zeit flüssig. Unsere Vermieterin erwartet uns bereits an der Haustür. Wir verabschieden unseren Fahrer mit 20 USD und beziehen das Appartement mit den wenigen Sachen, die wir bei uns haben. Viel ist das nicht. Im nächsten Handgepäck sind auf jeden Fall frische Unterwäsche und Zahnbürsten mit dabei.

Sonntag, 14. Juli 2019 - New York


Heute hat das Oberhaupt Geburtstag. Zur Feier des Tages wechseln wir mangels Möglichkeit nicht unsere Wäsche, wir tragen weiterhin die verschwitzten Sachen vom Vortag. Protestieren hilft nicht..

Um 9.00 Uhr haben wir in Nähe unseres Appartements in East Harlem eine Gospel Experience Tour gebucht. Da unsere New York Pässe noch im liegengebliebenen Koffer verweilen, müssen wir zunächst die Details der Buchung klären. Das klappt aber schnell und die Tour Guides helfen sehr schnell und unbürokratisch.

Bis zur Tour ist noch etwas Zeit, somit haben wir die Möglichkeit, in der gegenüberliegenden Cafeteria zu frühstücken. Zu dieser frühen Morgenstunde treiben sich auf den Strassen von Harlem nur Touristen und die Überbleibsel der Nacht herum, zum Teil in erschreckendem Zustand.

Unser Tour Guide heisst Stefan, ein älterer Afroamerikaner, der sehr sympathisch ist und uns in die Historie der Entstehung von Harlem und des Gospels einweiht. Zwar etwas detailverliebt, dafür aber mit Leidenschaft und Herz.

Die Tour fällt zwar etwas kleiner aus als gedacht, aber die vielen Stops mit Anekdoten entschädigen dafür. Der Höhepunkt der Experience Tour ist die Teilnahme an einem Gospelgottesdienst. Ganz anders als in Deutschland wird hier ein Gottesdienst mit Humor, Geselligkeit und vor allem mit viel Gesang abgehalten. Die Touristen sind nicht nur stumme Zuschauer, sondern werden aufgefordert und angehalten, den Gottesdienst mitzugestalten. Zunächst etwas reserviert, aber nach kurzer Zeit ist das Eis gebrochen und fast alle Zuschauer gehen begeistert mit. Der Prediger erinnert in seiner Art und Weise und auch an der Aussprache an den früheren Präsidenten Obama.

Gegen 13.00 Uhr ist der Gottesdienst beendet. Wir decken uns in einem Food Market mit Essen ein und nehmen in einem nahegelegenen Park unser Mittagessen mit Plastiklöffeln ein.

Es ist sehr heiss, wir machen uns im Appartement frisch und brechen dann auf zum Central Park. Der Park ist bedingt durch einen stattgefundenen Triathlon für den Verkehr gesperrt, somit ist er alleine den Sportlern und Spaziergängern überlassen.

Wir laufen den Park von der Nordseite Richtung Süden an, schauen zwischendurch Baseballern zu und erreichen dann den grossen Teich in der Mitte des Parks. Von hier haben wir eine beeindruckende Sicht auf die Skyline von Manhattan.

Zurück geht es mit der Subway Richtung Times Square. In der Beer Authority, einem auf einem Dach gelegenen Bierlokal mit Livemusik gönnen wir uns ein herrliches Radeberger aus der Dose für jeweils 8 USD sowie ein Dosenkölsch, das sich aber nicht als Kölsch erweist wie man es kennt.

Im Anschluss bummeln wir den mit Menschenmassen gefüllten Times Square entlang, schauen in das Hard Rock Café sowie in den M&M-Store und geniessen einfach die unvorstellbare Lebhaftigkeit rund um uns herum.

Geschafft von der Hitze, den vielen Eindrücken und auch der nachhängenden Zeitumstellung fahren wir mit der U-Bahn zurück in unser Appartement.

Montag, 15. Juli 2019 - New York


Hurra, unsere Koffer sind da. Frühmorgens um 7.00 Uhr werden sie vollzählig von einem Kurier angeliefert. Nun sieht die Welt schon wieder besser aus. Man kommt sich vor wie an Heiligabend beim Geschenkeauspacken. Selten haben wir uns so über frische Wäsche gefreut.

Nach dem Frühstück geht es mit der U-Bahn Richtung Downtown. Um 13.00 Uhr haben wir uns für den Nachmittag Bikes reserviert, bis dahin machen wir einen Abstecher in das American Museum of Natural History, u.a. Drehort für die Filme "Nachts im Museum" mit Ben Stiller. Dank des New York Passes haben wir auch hier freien Eintritt, der Pass ist bei einem mehrtägigen Aufenthalt in New York wirklich zu empfehlen. Beeindruckend im Museum sind neben den grössten Dinosaurier-Skeletten auch das Präparat eines Blauwals in Originalgrösse unter der Decke.

Nach einer Stunde im Museum ist unsere Aufnahmefähigkeit erreicht und wir begeben uns per U-Bahn zum Central Park auf der Nordseite. Dort übernehmen wir unsere Bikes und stellen wieder einmal fest: Es geht nichts über das eigene Gefährt.

Die Bremsen ziehen nicht besonders, die Schaltung hakt, der Sattel ist ungewohnt, aber für die paar Kilometer im Central Park wird bzw. muss es reichen. Es ist nach wie vor sehr heiss, aber der Park bietet auch sehr viel angenehmen Schatten. Unterwegs machen wir eine Imbisspause am Le Pain Quotidien, ein kleines Lokal auf der Westseite des Parks. Für den Junior mieten wir darüber hinaus ein Modellboot zum Fernsteuern, wir liegen im Schatten auf der Wiese und gönnen uns eine Ruhepause.

Gegen 18.00 Uhr geben wir die Bikes mehr oder weniger glücklich wieder ab und beschliessen, durchgeschwitzt wie wir sind, erst einmal in unser Appartement zu fahren, um uns wieder frisch zu machen. Der weitere Plan sah eigentlich vor, als Nächstes das Empire State Building zu besuchen, aber wir disponieren um und wollen uns zunächst die Brooklyn Bridge am Abend anschauen.

Die U-Bahnfahrt dauert recht lange, aber der Anblick der Brücke im Dunkeln entschädigt. Gemeinsam mit vielen anderen Besuchern und Jugendgruppen laufen wir den Fussgängerweg auf der Brücke entlang bis zum ersten grossen Brückenpfeiler. Von hier haben wir einen imposanten Ausblick auf Manhattan sowie der Bronx auf der anderen Seite des East River.

Unseren Plan, nun am späten Abend das Empire State Building aufzusuchen, müssen wir auf dem Rückweg leider fallen lassen. Der Junior ist körperlich und mental am Ende, er ist müde und schlecht gelaunt. Somit verschieben wir den Besuch auf den nächsten Tag und fahren etwas gestresst in unser Urlaubsdomizil zurück.

Dienstag, 16. Juli 2019 - New York


Die Wetterprognose für den Tag sieht die Temperatur wieder über 30 Grad. Sobald man die klimatisierten Räume verlässt, erwartet einen der reinste Backofen.

Gegen 8.30 Uhr startet unser Tag, wir haben um 10.00 Uhr eine Führung "Secrets of Downtown" beginnend am Bowling Green gebucht. Unser Tourguide erwartet uns, zu Anfang nicht sehr gesprächig, blüht er aber recht schnell auf. Er ist 76 Jahre alt, verweist gleich zu Beginn auf seine Zeit als Soldat bei den US Marines und benimmt sich auch so. Klare Ansagen, sehr zackig, aber auch immer humorvoll. Einen Touristen, der sich zu Anfang der Tour als nicht zahlender Zaungast neben die Gruppe stellt, stellt er sofort in den Senkel. Frei nach dem Motto: Wenn er an der Tour teilnehmen will, soll er gefälligst 35 USD zahlen. Er ist 76 Jahre alt, hat dem Vaterland als Soldat gedient und muss nun als Tourguide mangels vernünftiger Sozial- und Rentenversicherung sein Auskommen sichern. Schmarotzer wie der Zaungast würdigen das nicht entsprechend.

Der Guide erzählt uns sehr viel über die Entstehungsgeschichte von New York, beginnend mit der niederländischen Besiedelung und Gründung von Neu-Amsterdam.

Er zeigt uns historische Gebäude, erzählt viel drumherum. Als Schlusspunkt der Führung stehen wir vor dem Memorial 9/11. Hier endet die Tour und wir verabschieden uns mit einem Trinkgeld von dem wirklich guten Guide.

Beim letzten Besuch in New York vor über 10 Jahren gab es das 9/11 Memorial Museum noch nicht, von daher nutzen wir die Gelegenheit, mit dem freien Eintritt über den New York Pass dieses zu besuchen. Hier wird auf mehreren Ebenen mit dem patriotischen Touch, wie es die Amerikaner nun einmal lieben, das ganze Drumherum vom 9. September aufzuarbeiten. Neben vielen Video-Sequenzen, Fundstücken, Tonbandaufzeichnungen, verschmorten Feuerwehrautos und mehr wird wirklich alles gezeigt, was an diesem Tag passiert ist. Es ist schon ergreifend, wenn man mit diesem Tag in allen Details noch einmal konfrontiert wird.

Wie in jedem Museum ergeht es uns auch hier so, dass man nach einer gewissen Zeit von der Informationsflut überwältigt wird und nur noch raus möchte. Wir steuern den Hudson an und geniessen auf einer Bank die Ruhe nach dem Museumsbesuch.

Bedingt durch die unwahrscheinliche Hitze, die mittlerweile 35 Grad erreicht hat, steuern wir zur Abkühlung das nächste Kaufhaus Century 21 an. Wenn bei den Amerikanern etwas funktioniert, sind es die Klimaanlagen. Es ist in dem Gebäude so kalt, dass man wirklich friert.

Als nächstes laufen wir spontan zum East River am Pier 16 und buchen bei der Circle Line eine 1-stündige Hafenrundfahrt mit dem Namen "Statue by Night". Ziel sind unter anderem, wie der Name schon sagt, die Freiheitsstatue sowie die Brooklyn Bridge. Mit Beginn der einsetzenden Dämmerung ist allein der Anblick der Statue seinen Ticketpreis wert.

Wieder zurück gönnen wir uns in einem Restaurant die ersten richtigen Burger auf dieser Reise. Vorab trinken wir an einer Bar gegenüber 2 Bier für insgesamt 20 USD mit Tip, wirklich günstig. Wenigstens schmeckt aber das Bier.

Das nächste Must auf dieser Reise ist der Besuch des Empire State Building. Spätabends um 22.30 Uhr ist das kein Problem, nach Passieren der Kontrollen sind wir in kurzer Zeit dort, wo schon King Kong rumgekraxelt ist. Der nächtliche Blick über New York ist mal wieder gigantisch, ein Lichtermeer ohne Ende. Diese Stadt kommt nie zur Ruhe, einfach nur faszinierend.

Mittwoch, 17. Juli 2019 - New York


Am Morgen besichtigen wir den New Yorker Grand Central Terminal, der grösste Bahnhof der Welt mit 44 Gleisen und 67 Schienenpaaren.

Diesen Bahnhof, Schauplatz vieler Filme, haben wir noch nicht gesehen. Schon am Eingang bemerken wir, dass sehr viel Sicherheitspersonal der Homeland Security mit  Maschinenpistolen die Besucher und Reisenden in Augenschein nimmt. Die Terrorgefahr in New York ist nach wie vor hoch, Sicherheit wird grossgeschrieben. Uns stört das nicht, lieber zuviel als zuwenig Security.

Von der Galerie aus fotografieren wir den wirklich imposanten Bahnhof. Abseits der prächtigen Eingangshalle an den Bahnsteigen der Fernzüge sieht der Bahnhof allerdings gar nicht mehr so schön aus, eher etwas schmuddelig.

Der Hunger ruft, wir beschliessen, die Magnolia Bakery unterhalb des Bahnhofs für eine Frühstücks- und Kaffeepause aufzusuchen. Hier gibt es Leckereien in Hülle und Fülle, wir nehmen einige Muffins und Cupcakes zu uns mit dem Effekt, dass uns fast übel wird.

Um 14.00 Uhr haben wir eine geführte Tour durch Greenwich Village gebucht. Bis dahin haben wir noch etwas Zeit, von daher halten wir in einer kleinen Parkanlage in Greenwich, die von Volunteers bewacht und gepflegt wird, eine kleine Siesta.

Die Greenwich Village Tour startet pünktlich, der Guide zeigt uns das Viertel mit seinen Schönheiten und Besonderheiten. Er kommt aus Texas und ist mit seinem schwer verständlichen Südstaaten-Slang allerdings etwas anstrengend.

Am späten Nachmittag setzen wir mit der Fähre von South Ferry nach Staten Island über. Dort wollen wir uns einmal ein unterklassiges Baseball-Match anschauen, es spielen die Staten Island Yankees gegen die Vermont Lake Monsters. Die Eintrittspreise für dieses Match sind im New York Pass enthalten.

Die Zeit bis zum Beginn des Spiels verbringen wir im Empire Outlet, das in unmittelbarer Nähe des Stadions liegt, zu einem Essen in einem Aussenrestaurant mit Blick auf die Skyline von Manhattan reicht es ebenfalls noch.

Etwas enttäuscht sind wir von der Besucheranzahl im Stadion. Wir haben das Gefühl, es handelt sich mehrheitlich um Touristen als um echte Fans. Nichtsdestotrotz wird der amerikanischen patriotischen Pflicht Genüge getan, ein älterer Herr mit grauen Haaren singt mit voller Inbrunst live vor Beginn des Spiels die amerikanische Nationalhymne, die Zuschauer stehen auf und sind mit vollem Herzen dabei.

Das Spiel beginnt, schon nach ungefähr 10 Minuten stellen wir fest, dass Baseball mit seinen komischen Regeln einfach nicht unser Ding ist. Vielleicht liegt es bei diesem drittklassigen Match auch daran, dass die Spieler kaum einmal den Ball treffen, das wirkt dann auf Dauer einfach ermüdend.

Nach ca. 45 Minuten haben wir dann doch genug, zumal am Himmel dunkle Wolken aufziehen.

Wir verlassen das Stadion und begeben uns bis zur Abfahrt der nächsten Fähre noch einmal in das Outlet-Center. Währenddessen zieht über New York ein heftiger Thunderstorm auf, über der Skyline von Manhattan ist es nahezu schwarz. Im Nachhinein erfahren wir, dass auch das Baseball-Match abgebrochen und am Folgetag fortgesetzt werden musste.

Die Rückfahrt mit der Fähre verläuft störungsfrei. In den Subway-Stationen steht teilweise das Wasser, der Thunderstorm muss über Manhattan heftig gewütet haben.

Von South Ferry geht es mit der Subway dann zurück in unser Appartement.

Donnerstag, 18. Juli 2019 - New York


Heute wollen wir den Tag mit einem Frühstück in einer empfohlenen Kitchenette starten.

Mit der Subway geht es von der 116th Street in East Harlem zur 125th Street. Beim Ausgang aus der Subway-Station stellen wir fest, dass wir uns nun im tiefsten Elendsviertel von New York befinden. Als Tourist neben den vielen Obdachlosen, Alkohol- und Drogenkranken, kommt man sich schon recht deplatziert vor, zumal man auch ständig misstrauisch beäugt wird. Wir warten auf den Bus, der uns zur Amsterdam Avenue bringen soll. Unseren ursprünglichen Plan, mit dem Bus am nächsten Tag von hier aus nach La Guardia zum Flughafen zu fahren, lassen wir spontan fallen. Wer hier mit Reisetaschen zu Fuss lang geht, muss nicht ganz richtig im Kopf sein.

An der Bushaltestelle werden wir Zeugen von exzessivem Verhalten, das nur auf Drogengebrauch zurückzuführen sein kann. Ein Farbiger tritt wie von Sinnen auf der Strasse auf eine Flasche, um den Verschluss zu lösen. Wir sind froh, als der Bus kommt und wir einsteigen können.

Die Kitchenette, die von zwei farbigen Frauen geführt wird, ist wirklich zu empfehlen. Hier gibt es zu halbwegs humanen Preisen wirklich ein gutes Frühstück in allen Variationen.

Um 13.00 Uhr treffen wir uns mit dem Tour-Guide Tommy, der mit uns eine Führung durch Soho, Little Italy und Chinatown macht. Wie die meisten Guides ist auch er Schauspieler und verdient sich mit den Führungen seine Lebenshaltungskosten. Er erzählt uns viele interessante Details, zeigt uns dazu interessante Gebäude insbesondere in Soho. Little Italy besteht im Prinzip nur noch aus drei Strassen, es wurde in den letzten Jahrzehnten immer mehr von Chinatown und der chinesischen Bevölkerung vereinnahmt. Mittlerweile ist Chinatown in New York mit seinen 200.000 Chinesen die grösste chinesische Ansammlung ausserhalb von China.

Zum Schluss der Tour führt er uns in einen Fischimbiss, der von einer alten Chinesin geführt wird. Wenn man der Frau 5 USD auf die Theke legt, bekommt man eine Tüte frische Jiaozin, ohne dass man etwas sagen muss. Die Frau weiss dann Bescheid, das ist ein Deal, den Tommy mit der Dame vor langer Zeit ausgehandelt hat, ohne dass die beiden miteinander sprechen.

Am späten Nachmittag besuchen wir das Rockefeller Center und lassen uns die Aussicht vom Top of the Rock nicht entgehen. Der Rock ist zwar nicht ganz so hoch wie das Empire State Building, aber von hier hat man eine wunderbare Aussicht auf das Empire Building. Der Wermutstropfen an diesem Nachmittag ist allerdings die Sicht, es ist sehr dunstig und klart auch nicht wirklich auf. Das ist schade, aber nicht zu ändern.

Unser Abendessen oder besser gesagt, unseren abendlichen Imbiss, nehmen wir im Casa Barilla ein. Es gibt zur Abwechselung mal wieder Pasta in Form von Spaghetti Carbonara.

Heute abend heisst es schon wieder Kofferpacken, von daher nehmen wir nach dem Essen die direkte Rückfahrt mit dem Bus M1 zur 116th Street. Der Bus hatte Verspätung, der Fahrer fährt nun dafür wie ein Henker, um die verlorene Zeit anscheinend aufzuholen.

Freitag, 19. Juli 2019 - New York-Montreal


Heute endet unser Aufenthalt in New York. Von La Guardia geht es mit Air Canada nach Montreal.

Wir haben am Abend vorher ein Taxi bestellt mit dem Hinweis, dass wir recht viele Gepäckstücke dabei haben und das Taxi von daher recht gross sein sollte. Zu unserer Überraschung ist unser Taxifahrer ein Inder, der recht gut deutsch spricht. Er erzählt uns, dass er von 1979 bis 1983 in Stuttgart bei der Alcatel SEL gearbeitet und in Deutschland gelebt hat.

Die Fahrt nach La Guardia geht schnell, wir verabschieden uns von unserem Chauffeur und checken für Montreal ein.

Der Abflug erfolgt pünktlich ebenso wie die Landung in Montreal.

Am Flughafen in Montreal chartern wir einen Limousinentransfer, unser Gepäck ist für ein normales Taxi kaum zu bewältigen. Der Fahrer erinnert mit seiner Art und schwarz gegelten Haaren eher an einen Mafiosi als an einen Chauffeur.

Die Fahrt vom Flughafen bis zum Kreuzfahrtterminal geht doch eine ganze Weile über die Autobahn. Der Fahrer lädt uns vor dem Terminal in Sichtweite der AIDAvita ab und wir begeben uns zum Check-in-Procedere.

Nach Bezug unserer Kabinen beschliessen der Onkel und das Oberhaupt, die nahe gelegene Altstadt von Montreal zu besuchen. Der Junior macht Stress, von daher bleibt die Maitresse mit ihm an Bord.

Die Altstadt von Montreal ist recht überschaubar, das Highlight ist im Prinzip die Rue de Saint Paul mit den Geschäften, Bars und Restaurants. Nachdem wir uns einen ersten Eindruck von der Altstadt gemacht haben, kehren wir dann an Bord zurück. Wir haben ja noch den ganzen nächsten Tag bis zum Auslaufen des Schiffes Zeit.

Nach dem Abendessen mit reichlich Wein nehmen wir an der Calypso-Bar noch einen Rosato mio zu uns, das führt am nächsten Tag allerdings zu etwas Unwohlsein und Kopfschmerzen. Aber wir stürzen nicht ganz so heftig ab wie am ersten Tag auf der letztjährigen Kreuzfahrt.

Samstag, 20. Juli 2019 - Montreal


Nach dem Frühstück gehen wir gemeinsam vom Schiff und steuern noch einmal die Altstadt an. Wir haben den heutigen Tag bis 17.00 Uhr zur freien Verfügung, dann heisst es: Alle Mann an Bord zur obligatorischen Seenotrettungsübung.

Wie ferngesteuert läuft die Maitresse einen Schuhladen in der Rue de Saint Paul an, in dessen Fensterauslage ein Schuh steht, der ihr Interesse weckt. Sie behält sich den Kauf dieses Schuhs für die Rückkehr in Montreal nach 14 Tagen vor.

Wie schon beschrieben, die Altstadt von Montreal ist nett, aber auch recht schnell abgelaufen. Das Highlight ist sicherlich die Basilique Notre Dame, die dem Original in Paris nachempfunden ist, lediglich eine Spur kleiner. Vor der Kathedrale hat sich bereits eine lange Menschenschlange gebildet, die geduldig auf den Einlass wartet. Das möchten wir uns nicht antun und verlassen die Altstadt Richtung Downtown.

Montreal hat zwar auch seine Wolkenkratzer, wirkt aber dennoch nicht so gigantisch wie z.B. New York. Als unbedingt sehenswert wird u.a. die unterirdische Stadt von Montreal gepriesen, die den Einwohnern gerade in den kalten Wintermonaten eine gigantische Shopping- und Erlebniswelt unter Tage bietet.

Nach dem Besuch eines Kaufhauses beschliessen wir, uns für den Nachmittag zu trennen.

Während die Maitresse weiterhin in der Shopping-Welt stöbern möchte, läuft das Oberhaupt zum Hausberg von Montreal, dem Mont Royal, der der Stadt ihren Namen gegeben hat. Der Onkel und Junior steuern die Hafenpromenade an und chillen dort vor dem Riesenrad.

Am späten Nachmittag treffen wir uns dann wieder am Grand Roue, dem grössten Riesenrad Kanadas, das direkt am Hafen liegt. Der Andrang hält sich in Grenzen, von daher beschliessen wir, eine Runde mit dem Rad zu drehen und die Aussicht auf Montreal zu geniessen.

Pünktlich um 17.45 Uhr sind wir zur Seenotrettungsübung an Bord. Die Fahrt auf dem St.-Lorenz-Strom Richtung Osten und dem offenen Meer kann beginnen.

Sonntag, 21. Juli 2019 - Quebec


Frühmorgens legt das Schiff am Kreuzfahrtterminal in Quebec an. Direkt über uns liegt das mondäne Chateau Frontenac, das wir am Nachmittag in Augenschein nehmen werden.

Heute vormittag ist erst einmal der Montmorency Waterfall angesagt. Dazu mieten wir uns in einem Bikegeschäft in unmittelbarer Nähe des Terminals entsprechende Sportbikes. Zu den Wasserfällen sind es ca. 13 km, diese Etappe ist leicht zu bewältigen. Der Fahrradweg ist in einem hervorragenden Zustand, für Kanada hatten wir das gar nicht so erwartet, eher in den Niederlanden oder Dänemark.

Innerhalb einer Stunde erreichen wir den Wasserfall, nicht zu ü¨bersehen auf der linken Seite. Wir stellen unsere Räder ab und beschliessen den manuellen Aufstieg zur Aussichtsplattform. Dazu sind 450 Stufen zu bewältigen, alternativ können unsportliche und gehfaule Menschen eine Seilbahn benutzen. Die Aussicht in unmittelbarer Nähe ist beeindruckend, wenn der Wind dreht, wird man durch die Gischt etwas nass. Das ist aber bei den warmen Temperaturen kein Problem.

Direkt über den Wasserfall führt eine Zipline, der Junior hatte sich eine Fahrt am 300m langen Kabel direkt über dem Wasserfall gewünscht. Das Oberhaupt erklärt sich bereit, gemeinsam mit dem Junior diese Mutprope zu bestehen.

Die Fahrt kostet 25 CAD pro Person, das sind umgerechnet 20 EUR. Das Höchstgewicht beträgt pro Person 90 kg, ein Guide schaut sich die Kandidaten an und winkt durch oder schickt einen auf die Personenwaage. Ist man zu schwer, muss man rechts raustreten und darf nicht mitfahren.

Nach Ausfüllen der Formalitäten bekommt man Gurte und Helm ausgehändigt und darf sich verpacken. Dann darf man irgendwann zur Tat schreiten. Nun zeigt sich vor dem Blick in die Tiefe der wahre Mut. Der Junior bricht in Tränen aus und muss vom Guide beruhigt werden. Nach einigen Atemübungen ist es dann so weit: Das Oberhaupt und der Junior stürzen sich in die Tiefe. Das Gefühl ist unbeschreiblich und kann schon jetzt als Höhepunkt der Reise abgehakt werden. Der Junior ist stolz und überglücklich, dass er diese Prüfung bestanden hat. Mehr dazu im folgenden Video.

Auf dem Rückweg erwischt uns ein Thunderstorm, wir sind nass bis auf die Knochen und müssen uns zunächst unterstellen. Nach ca. 30 Minuten ist das Wetter wieder ok und wir machen uns auf den Rückweg. Die Kleider trocknen schnell, in einem Tim Hortons Store nehmen wir einen Kaffee und Kuchen zu uns.

Tim Hortons ist mit über 4.500 Filialen in ganz Kanada der grösste Betreiber von Kaffee- und Donut-Restaurants. Der Kaffee schmeckt uns so, gut, dass wir nahezu nahezu in jeder Stadt, in der wir anlegen, einen Tim Hortons aufsuchen. Dieses Verhalten wird auch dadurch forciert, dass der Kaffee auf dem Schiff kaum geniessbar ist.

Zurück in Quebec geben wir die Räder ab und steigen durch die Altstadt auf zum Chateau Frontenac. Vorher decken wir uns bei Marys Popcornshop noch mit einer Tüte Popcorn der Grösse Large ein. Diese Tüte sollte bis zum letzten Urlaubstag reichen, die Füllmenge haben wir gnadenlos unterschätzt.

Von der Aussichtsplattform vor dem Chateau hat man eine herrliche Aussicht auf die Altstadt von Quebec und den dahinterliegenden St. Lorenz Strom. Das Chateau Frontenac ist wirklich sehenswert, kaum zu glauben, dass hier vor nicht allzu langer Zeit ein G7-Gipfel mit Donald Trump stattgefunden hat.

Während sich die Maitresse mit einer leichten Magenverstimmung auf das Schiff abmeldet, begibt sich der Rest der Crew zur Zitadelle von Quebec mit sehr gut erhaltenen Stadtmauern. Von hier ist die Aussicht fast noch besser als vor dem Chateau. Zurück geht es noch einmal durch die wunderschöne Altstadt von Quebec, die doch um einiges grösser und sehenswerter ist als die von Montreal. In Acht muss man sich nur vor den vielen asiatischen Besuchern nehmen, die wie gewohnt mit Tablets und Selfiesticks sich teils rücksichtslos ihren Weg durch die engen Gassen bahnen.

Pünktlich zur Abfahrt sind wir wieder alle an Bord. Fazit: Quebec ist eine tolle Stadt, in der sich ein nochmaliger Besuch auf jeden Fall lohnt.

Montag, 22. Juli 2019 - Saguenay


Das Schiff ist in der Nacht in den Saguenay-Fjord eingefahren. Für die Frühaufsteher bietet sich ein herrlicher Anblick bei der Passage durch den Fjord. Ziel der AIDAvita ist der Anlegeplatz in der Bucht von La Baie.

Wir haben uns für heute eine Kayak-Tour im Saguenay Fjords National Park vorgenommen. Treffpunkt ist bereits um 9.30 Uhr, um kurz nach 8.00 Uhr übernehmen wir unseren Mietwagen. Die Entfernung zum Nationalpark nach Riviere Eternite beträgt ca. 45 km, in einer Stunde ist das knapp zu schaffen.

Nach der Registrierung empfängt uns unser Kayak-Guide Gabriel, ein sehr gesprächiger und lustiger Mensch. Er weist uns kurz ein, hilft uns beim Anlegen der Rettungswesten, dann geht es auch schon los.

Neben uns nehmen noch vier weitere Personen an der Tour teil, wie wir Kreuzfahrtteilnehmer auf der AIDAvita.

Die Tour geht über drei Stunden und bietet ausser dem landschaftlichen Reiz keine besonderen Höhepunkte. Ein kleiner Wasserfall auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht ist schon der Höhepunkt der Tour. Die Kayakfahrt auf dem Landwehrkanal in Berlin im letzten Jahr war um einiges spannender und abwechselungsreicher als dieses Rumpaddeln in der Bucht. Nichtsdestotrotz: Die Fjordlandschaft ist wirklich schön und beeindruckend,

Zum Ende der Tour bedanken wir uns bei unserem Guide, ein Trinkgeld wie die anderen Gäste können wir ihm leider nicht geben, da sinnvollerweise niemand von uns Bargeld dabei hat. Wie peinlich, das darf uns nicht wieder passieren.

Wir haben heute bis um 17.30 Uhr Zeit, von daher wandern wir im Anschluss an die Tour zur Statue de Notre-Dame-du-Saguenay. Es handelt sich hier um eine 7,5 m hohe Statue der Jungfrau Maria in 180m Höhe über dem Saguenay Fjord. Die Wanderung zur Statue geht über 3,8 km und ist nicht zu unterschätzen. Etwas Kondition ist schon angesagt, da es sowohl über Stock und und Stein als auch über zahlreiche Steigungen geht. Der Onkel macht kurz vor dem Ziel schlapp und bleibt zurück, es fehlten ihm vielleicht noch 200 m bis zum Ziel, aber die letzte Anhöhe hat ihn abgeschreckt.

Haben wir auf der ganzen Wanderung kaum Menschen angetroffen, stellen wir erstaunt fest, dass sich vor der Statue doch zahlreiche Besucher tummeln. Wir haben unserer Pflicht Genüge getan, die Statue und den darunterliegenden Fjord fotografiert und wandern nach einer halben Stunde Aufenthalt zum Fahrzeug zurück.

Es bleibt noch etwas Zeit, um sich Saguenay anzuschauen, aber so viel hat der Ort auch nicht zu bieten.

Dienstag, 23. Juli 2019 - Seetag

Mittwoch, 24. Juli 2019 - Charlottetown


Um 7.00 Uhr morgens passieren wir die 13 km lange Confederation Bridge, die die kanadischen Provinzen Prince-Edward-Island und New Brunswick verbindet. Sie ist Teil des Trans-Canada-Highways und wirklich ein gewaltiges Bauwerk.

Charlottetown hat keinen Anleger für Kreuzfahrtschiffe, somit müssen wir tendern. Die Tenderschiffe verkehren zwar zügig, aber wie immer herrscht dichtes Gedränge am Ausgang. Es gibt immer wieder Leute, die Angst haben, nicht mitzukommen.

Nach Übernahme unseres Mietwagens, dieses Mal ein Toyota Corolla Hybrid, fahren wir ca. 40 km nach Green Gables. Hier handelt es sich um ein idyllisch gelegenes Freilichtmuseum, Schauplatz des Romans "Anne auf Green Gables" der Schriftstellerin  Lucy Maud Montgomery. Wir besichtigen den Bauernhof von innen, er zeigt die Einrichtung und Gegenstände detailgetreu nach der Romanvorlage.

Anschliessend geht es weiter nach Cavendish Beach, ein herrlicher Badestrand bei heute angenehmen Temperaturen. Kanada verbindet man ja nicht unbedingt mit Strand und Baden, aber Cavendish Beach bietet sich hier einfach an. Im Wasser tummeln sich zwar einige Feuerquallen, die hier aber als nicht aussergewöhnlich betrachtet werden. In Deutschland wäre der Strand wahrscheinlich schon längst geräumt und gesperrt worden.

Am späten Nachmittag fahren wir nach Charlottetown zurück und geben den Mietwagen ab. Der Vermieter bittet uns, da wir vier Personen sind, um vier positive Bewertungen zur Steigerung seines Geschäftes. Wir werden dem sicherlich nachkommen.

Donnerstag, 25. Juli 2019 - Sydney/Nova Scotia


Heute hat die Dame des Hauses Geburtstag, wir frühstücken gemeinsam um 8.30 Uhr. Der Fahrplan hat sich geändert, entgegen den ursprünglichen Zeiten legen wir erst um 10.00 Uhr in Sydney/Nova Scotia an. Das trifft sich für den heutigen Tag sehr gut, von daher haben wir für das Frühstück reichlich Zeit.

Vor dem Schiff werden wir von einem Shuttlebus der Mietwagenfirma abgeholt, der Fahrer bringt uns zur Station von Enterprise. Dort übernehmen wir unseren Mietwagen für den heutigen Tag, einen recht geräumigen Toyota Siena.

Ziel unserer heutigen Etappe ist Ingonish Beach, das wir über den berühmten Cabot Trail ansteuern wollen. Die Fahrt dorthin beträgt ca. 135 km, das sollten wir in knapp 2 Stunden bewältigen.

Gespannt sind wir auf den Cabot Trail, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf den Ausläufer des St. Lorenz Golf haben soll. Es gibt zwar immer wieder schöne Aussichtspunkte, ohne Worten, nichtsdestotrotz fahren wir die meiste Zeit durch Nadelwälder links und rechts und sehen eigentlich nicht viel. Da sind wir doch etwas enttäuscht, nach den vielen Reiseführern und -berichten hatten wir doch eine andere Erwartungshaltung.

Bevor wir nach Ingonish Beach einkehren, müssen wir bei der Nationalparkverwaltung Eintrittstickets lösen und diese an der Windschutzscheibe hinterlegen. Wer das nicht tut, läuft Gefahr, von den Rangern mit einer Reifenkralle versehen zu werden. Die verstehen da keinen Spass.

Das Wetter ist heute nicht so richtig einladend zum Baden, es weht ein kühler Wind, darüber hinaus ist der Strand sehr steinig. Wir beschliessen von daher, weiterzufahren bis zur Keltic Lodge und von dort zum Middle Head, zur östlichen Landspitze der Halbinsel, zu laufen. Der Hiking Trail ist landschaftlich toll eingebettet und stellt ansonsten keine hohen Anforderungen an Kondition oder Technik. Zwischendurch finden sich immer wieder tolle Aussichtspunkte, nur Wale sehen wir leider nicht.

Immer die Abfahrtzeit des Schiffes vor Augen wandern wir unter Zeitdruck zurück und fahren die gleiche Strecke über den Cabot Trail zurück nach Sydney. Pünktlich um 17.15 Uhr geben wir den Mietwagen zurück und lassen uns per Shuttle zum Schiff zurückbringen.

Vor dem Schiff befindet sich die Big Fiddle, mit 18 m/60 Feet Höhe die grösste Geige der Welt.

2005 enthüllte die Stadt Sydney diese zehn Tonnen schwere Hommage an die Volksmusik und Traditionen der keltischen Gemeinschaft der Provinz.

Direkt neben der Fiddle kaufen wir uns im Big Fiddle Market noch jeweils einen Hoodie, dann heisst es auch schon wieder : Alle Mann an Bord.

Den Abend verbringen wir stilgerecht zum Geburtstag im Selection Restaurant.

Freitag, 26. Juli 2019 - Halifax


Entgegen der ursprünglichen Routenplanung gehen wir in Halifax erst um 11.30 Uhr von Bord. Das Hafengelände darf nur mit Shuttlebussen verlassen werden.

Direkt am Hafen übernehmen wir unseren Mietwagen von Enterprise, der uns an diesem Tag noch viel Spass bereiten wird. Es handelt sich um einen Ford Mondeo/FusionHybrid, das Starten des Motors über Start/Stop Engine Knopf bringt uns immer wieder zur Verzweiflung, es funktioniert nicht so, wie erwartet. Darüber hinaus bekommt der Fahrer nonverbal vermittelt, dass er zu blöd ist, das Auto zu starten. So liegt eine leicht aggressive Stimmung über dem Tag.

Wir fahren gut 95 Kilometer zur Bay of Fundy, dort liegt der Burntcoat Head Park. Hier findet ein gewaltiges Naturereignis statt, der Gezeitenwandel zwischen Ebbe und Flut bewegt die weltweit grössten Wassermassen mit ca. 1000 Kubikkilometer Wasser und einem Höhenunterschied von bis zu 16 Meter.

Zu unserer Ankunftszeit gegen 14:30 Uhr ist jedoch absolute Ebbe, den Höchststand der Flut gegen 20.30 Uhr können wir leider nicht erleben. Die ursprünglich um 14.00 Uhr geführte Tour durch das Watt haben wir bedingt durch das spätere Anlegen des Schiffes verpasst, somit erkunden wir das alles auf eigene Faust.

Das Wandern auf dem "Meeresgrund" ist beeindruckend, wir sehen Algen, Krebse und kleine Fische.

Die Rückfahrt gestaltet sich etwas schwierig, die Start/Stop Engine des Mietwagens spielt wieder verrückt. Nach gefühlt 10 Minuten springt die Karre dann endlich an, der Fahrer schwört, das Fahrzeug bis zur Betankung vor der Abgabe nicht mehr auszumachen.

Nach Abgabe des Fahrzeugs laufen wir in den Hafen von Halifax. Eine riesige Menschenmenge erwartet uns, der Grund liegt in den Kreuzfahrtschiffen Queen Elizabeth und Queen Mary 2, die heute ebenefalls in Halifax angelegt haben. Bevor sie Halifax verlassen, drehen beide eine grosse Ehrenrunde durch den Hafen und verlassen dann Halifax in Richtung offene See. Gegenüber diesen beiden Schiffen wirkt die recht kleine AIDAvita wie eine Nussschale.

Um 21.00 Uhr verlassen auch wir Halifax.

Samstag, 27. Juli 2019 - Seetag

Sonntag, 28. Juli 2019 - St. John's


Heute morgen legen wir auf Neufundland in St. John's an. Ab 6.45 Uhr erfolgt an Deck die Einlaufmoderation durch den Premiumlektor Boris Henn.

Nach dem Frühstück bringt uns ein zum Shuttlebus manipulierter gelber School Bus in die Downtown von St. Johns. In der Touristeninformation machen wir uns schlau und lassen uns von den dortigen sehr netten Ladies ein Taxi bestellen, auf das wir allerdings recht lange warten müssen. In der beschaulichen Stadt ist heute recht viel los, da  die Queen Elizabeth mit ihren rund 2000 Passagieren ebenfalls angelegt hat.

Der Taxifahrer Gerry fährt wie ein Wilder, bringt uns letztendlich aber zügig und sicher zum Ocean Sciences Centre bzw. zum Startpunkt des East Coast Trails. Wir schauen uns ein Becken mit Meerestieren an, dabei nehmen wir Krebse, Seesterne und einen Meerespfirsich in die Hand.

Um 13.30 Uhr starten wir unsere Tour über den Sugar Loaf Trail als Teil des East Coast Trails. Der Trail führt uns durch herrliche Natur an der Küste entlang, zwischenzeitlich wandern wir immer wieder durch urtümliche Tannen- und Laubbaumwälder. Unser Ziel ist Quidi Vidi, ein kleines Fischerdörfchen in ca. 9 km Entfernung. Trotz spiegelglatter See sehen wir auch an diesem Tag keine Wale, nicht einmal Delfine oder Robben. Dafür entschädigt uns diese wirklich empfehlenswerte Wanderung über den Trail. Wir benötigen fast 4 Stunden, trotz Wegemarkierung und Karte sind wir froh, dass der Trail auf dem Smartphone mit Offline-Map vorhanden ist und wir uns immer wieder orientieren können.

In Quidi-Vidi angekommen, steuern wir einen rustikalen Biergarten mit Aussenwirtschaft an. Um Getränke und Speisen einnehmen zu können, muss man am Eingang Duck Bucks im Wert von je 5 CAD kaufen. Ein Getränk kostet 1 Buck, Essen kostet 2 Bucks, egal was man verzehrt. Wir nehmen wie üblich einen deftigen Burger und ein Bier der örtlichen Brauerei zu uns.

Das Mädchen an der Kasse ruft uns freundlicherweise ein Taxi, das nach kurzer Zeit eintrifft. Der Fahrer ist im Gegensatz zum morgendlichen Fahrer sehr wortkarg und unfreundlich.

Nach kurzem Transfer sind wir am Schiff, der Fahrer bekommt 10 Bucks und verschwindet wieder.

Am Abend steigt in der AIDA-Bar die Haifischbar, die allerdings im Vergleich zum letzten Jahr auf der AIDAcara mit Lord Patrick dort doch um einiges besser und stimmungsvoller war.

Montag, 29. Juli 2019 - Seetag

Dienstag, 30. Juli 2019 - Corner Brook


Heute morgen legen wir in Corner Brook/Neufundland an.

Auch hier werden wir wieder von einem Shuttle abgeholt, das uns zur Mietwagenstation von Enterprise bringt.

Dort erwartet uns ein weisser Jeep, das sieht doch schon einmal gut aus.

Ziel ist zunächst Lark Harbour in ca. 50 km Entfernung.  Kaum angekommen, erwartet uns dort schon ein AIDA-Bus vor der Kirche des Ortes. Da es in diesem Kaff nichts zu sehen gibt, was sich zu besichtigen lohnt, müssen die armen AIDA-Passagiere aussteigen und die Kirche besichtigen. Zu Hause erzählen sie dann bestimmt, wie toll das Gemäuer war.

Wir drehen um und nehmen das nächste Ziel in Angriff, Little Port. Der Name passt zu diesem Hafen, er ist nicht nur little, sondern sehr little. Ein paar kleine Fischerboote, ein paar kleine Freizeitboote, das war es. Nach ein paar Fotos geht es in nördlicher Richtung weiter. Dort erwartet uns Bottle Cove, eine kleine wunderschöne Bucht. Hier beginnt nun auch der Southhead Lighthouse Trail, den wir ursprünglich in Angriff nehmen wollten, es aber nun wegen Muskelkater doch nicht tun. Der vorletzte Tag mit der Wanderung über den Sugar Loaf Trail hat seine Spuren hinterlassen, unsere Motivation für eine Wandertour ist heute nicht vorhanden.

Vom Parkplatz aus wandern wir ein kleines Stück zum Sunset Rock und geniessen den herrlichen Blick über die Bottle Cove. Zurück geht es zum Trailhead Parkingmeter und dann mit dem Auto zurück nach Corner Brook.

In Corner Brook haben wir noch einige Zeit, wir besuchen einen Tim Hortons, trinken unseren obligatorischen Kaffee und steuern danach einen grossen Supermarkt an.

Pünktlich um 16.30 Uhr geben wir unseren Mietwagen ab und lassen uns vom Fahrer per Shuttle zum Schiff zurückbringen.

Mittwoch, 31. Juli 2019 - Havre St. Pierre


Pünktlich um 7.30 Uhr legen wir in Havre St. Pierre an. Wir befinden uns in wieder in der Provinz Québec, die letzte Station auf der Rückfahrt nach Montreal ist erreicht.

Wir gehen um 8.45 Uhr von Bord und laufen zu Fuss zur Mietwagenstation, die ca. 1,5 km entfernt ist. Eigentlich handelt es sich um eine Tankstelle mit Werkstatt, die nebenbei auch Fahrzeuge vermietet. Wir bekommen einen stilvollen Jeep Grand Cherokee, damit macht das Autofahren einfach nur Spass. Auffällig ist, dass wir weder Kreditkarte noch Führerschein vorlegen müssen, hier vertraut man den Menschen eben.

Unser heutiges Ziel liegt ca. 40 km westwärts auf der Route 138. Der Trans Canada Highway ist wenig befahren, das Autofahren macht wirklich Spass, der Tempomat gibt den Rest. Autofahren ohne jeden Stress.

Bei Familie Vibert halten wir und steuern unser nächstes Etappenziel an. Mit einem privat gemieteten Schnellboot setzen wir auf das Archipel Mingan über. Hier gibt es viel zu sehen, Millionen von Jahren alte Steine mit Fossilien, darüber hinaus bizarre Skulpturen, die über Millionen von Jahren durch das Wasser und die Gezeiten geformt worden sind.

Nach einem 1-stündigen Aufenthalt auf diesem Archipel geht es zum nächsten, eine kleine Insel im St. Lorenz Strom, die als Brutstätte für Papageientaucher und Pinguine dient.

Um 15.00 Uhr geht es mit dem Schnellboot zurück zum Auslaufpunkt, es ist sehr neblig und kühl geworden.

Zurück in Havre St. Pierre besuchen wir wieder einmal einen Tim Hortons und trinken einen Large Coffee. Auch unser Lektor Boris Henn erscheint in diesem Fast Food Lokal.

Im Anschluss bringen wir den Wagen zurück zur Mietwagenstation, tanken vorher voll und begeben uns dann zu Fuss wieder Richtung AIDAvita im Hafen. Zum Abschied der AIDAvita erscheinen zahlreiche Bürger des Ortes und verabschieden uns mit Fähnchen und Gesang. Hier sind Kreuzfahrtgäste noch willkommen, ein schönes Gefühl.

Donnerstag, 1. August 2019 - Letzter Seetag

Freitag, 2. August 2019 - Montreal


Früher als geplant legen wir um 7.15 Uhr in Montreal an. Wir stehen seit 6.00 Uhr an der Reling und haben die Einfahrt nach Montreal genossen.  Wir verabschieden uns von Glenn, den wir bereits im letzten Jahr auf der AIDAcara nach Grönland kennengelernt haben Mal schauen, ob wir uns in den nächsten Jahren noch einmal wiedersehen.

Im Nachhinein sei gesagt, dass der morgendliche Kaffee um 6.00 Uhr in der Anytime-Bar auf Deck 10 der einzig geniessbare Kaffee an Bord ist. Schon deshalb lohnt sich das frühe Aufstehen, mit dem Kaffee startet man gut in den Tag.

Um 10.30 Uhr gehen wir von Bord, die Koffer stehen in der Abfertigungshalle am Terminal, wir können sie dort tagsüber stehen lassen.

Wir haben viel Zeit, der Flug geht erst abends um 20.10 Uhr nach Keflavik/Island. Wir bummeln durch die Altstadt, es ist recht warm, die Temperaturen gehen wieder auf die 30 Grad zu,.

Vor dem Riesenrad am Hafen legen wir uns auf die Wiese bzw. auf eine Parkbank und lassen den Nachmittag gemütlich ausklingen. Am späten Nachmittag nehmen wir einen Lunch zu uns, Tacos mit Avocado.

Um 16.30 Uhr lassen wir uns von einem autistischen Taxifahrer zum Flughafen Pierre Trudeau bringen. Der Typ ist unberechenbar, haut ewig auf das Lenkrad, tut so, als wenn er boxt, ist hypernervös. Zwischendurch gönnt er sich einen Imbiss und schmatzt uns etwas vor. Wir sind froh, als er uns am Flughafen abliefert und wir aussteigen können.

Bis zum Abflug haben wir noch eine Menge Zeit, wir besorgen uns Kaffee, Cola und Sandwiches. Pünktlich um 20.10 Uhr geht der Flieger los. Die Kreuzfahrt und das Kapitel Nordamerika sind damit beendet, nun geht es wieder nach Europa.

Samstag, 3. August 2019 - Island


Um 5.15 Uhr morgens landen wir auf Island in Keflavik. Die Mietwagenstation von Europcar ist 24 Stunden geöffnet, von daher können wir unser Fahrzeug für die nächsten Tage sofort übernehmen.

Unser Appartement in Reykjavik ist erst ab 14.00 Uhr frei, von daher ist unser Plan, die Halbinsel Reykjanes in südlicher Richtung zu umrunden und dann am Nachmittag nach Reykjavik zu fahren.

Was den Tag unschön beginnen lässt, ist der Umstand, dass das Smartphone des Familienoberhauptes seinen Geist aufgegeben hat. Das Display ist schwarz, es lässt sich nicht mehr starten, auch der Rebootmodus ist nicht zu aktivieren. Noch tragischer ist die Tatsache, dass nicht alle Fotos, die zwischenzeitlich auf der Reise gemacht worden sind, in der Cloud mangels Wlan gespeichert wurden. Verständlicherweise ist das Oberhaupt an diesem Tag sehr angefressen und schlecht gelaunt.

Nach 20 km Fahrt in südlicher Richtung erreichen wir die erste Sehenswürdigkeit auf dieser Route, eine Brücke, die Europa und Nordamerika verbindet. Diese Brücke wurde als Symbol für die Verbindung der eurasischen und nordamerikanischen tektonischen Platten errichtet. Ähnlich wie bei anderen Sehenswürdigkeiten kann man sich hier so fotografieren lassen, dass es den Anschein hat, man trägt die Brücke im Hintergrund auf Händen. Na ja, wer es braucht, soll es haben.

Wenige Kilometer weiter südlich erreichen wir den nächsten Stop, geothermische heisse Quellen im Hochtemperaturgebiet von Gunnuhver. Es handelt sich hier um die heissesten Quellen in Südwestisland mit Temperaturen um 300° C. Wie immer riecht es schon beim Aussteigen aus dem Auto nach Schwefel, wer das ertragen kann, ist gut dran. Es ist nicht jedermanns Geschmack. Nichtsdestotrotz sind die blubbernden und rauchenden Quellen sehr beeindruckend.

Auf der Route 425 fahren wir weiter nach Gryndavik. Wir haben noch nicht gefrühstückt und der Hunger meldet sich. Im Cafe Bryggjan direkt am Hafen gönnen wir uns die erste Mahlzeit auf Island und frühstücken ausgiebig. Das urige Cafe ist einfach eingerichtet, aber dennoch sehr zu empfehlen.

Wir haben immer noch mit dem Temperatursturz zu kämpfen, während es in Montreal um die 30° C warm war, haben wir hier auf Island Temperaturen zwischen 10 und 15° C. Das ist doch schon ein kleiner Unterschied.

Gestärkt nach dem guten Frühstück geht es weiter, nächstes Ziel sind die Krisuvikurberg Steilklippen in ca. 20 km Entfernung. Wir parken etwas abseits der Route 427 und starten zu Fuss zu den Klippen. Hier ärgern wir uns doch etwas, dass wir für Island kein Allradfahrzeug gemietet haben. Mit dem hätte man den öden Weg bis zu den Klippen ohne Probleme fahren können, mit unserem Kombi läuft man derweil Gefahr, einen Achsenbruch zu erleiden.

Nach einigen Kilometern Fussmarsch sind wir am Ziel, die Steilklippen sind erreicht. Wer allerdings wie wir die Cliffs of Moher in Irland gesehen hat, ist nun doch etwas enttäuscht. So spannend sind die Klippen nun wirklich nicht. Zu allem Unglück stürzt der Onkel und verletzt sich am Knie. Das Ausmass sehen wir allerdings erst später, als er sich die Hose auszieht und das Desaster betrachtet.

Am späten Nachmittag fahren wir nun nach Reykjavik und beziehen unser Appartement in der Nähe des Zentrums.

In einem Supermarkt decken wir uns mit den nötigsten Dingen ein und besorgen in einer Apotheke Desinfektionsmittel für das lädierte Knie des Onkels.

Zum Abend essen wir Fish&Chips in einem Restaurant und laufen abschliessend die Main Street von Reykjavik ab. In Anbetracht des nächstes Tages, der Zeit- und Klimaumstellung fallen wir dann abends müde ins Bett.

Sonntag, 4. August 2019 - Island


Heute ist Rafting angesagt. Dazu müssen wir um kurz nach 10.00 Uhr am Treffpunkt Drumboddsstaðir in ca. 100 km Entfernung sein. Um 8.30 Uhr geht es los, die Strassen sind leer, das Wetter ist trübe. Aber kurz vor dem Ziel klart es auf, der Himmel wird blau, die Sonne scheint, kaum zu glauben.

An der River Base des Veranstalters werden wir eingewiesen, nun heisst es, sich in die engen Neoprenanzüge hineinzuquälen, es gibt kein Zurück mehr. Nachdem alle Teilnehmer angezogen sind, geht es mit einem klapprigen Bus zum Startpunkt am Hvita Fluss.

Am Flussufer werden wir noch einmal in die Kommandos eingewiesen, darüber hinaus in Sitz- und Paddeltechnik. Dann geht es los. Schon nach wenigen Metern geraten wir in einem mächtigen Strudel, aber es fällt niemand von Bord. Für uns als Anfänger ist das eine richtige Gaudi, es macht wirklich Spass durch das wilde Wasser und die rauhe Natur zu gleiten.

Nach kurzer Zeit halten wir an Steilklippen an. Wer es sich zutraut, darf hier von der Klippe in das Wasser springen, um zumindest einmal das Gefühl eines Tauchgangs im kalten Wasser zu erleben. Die Höhe beträgt sicherlich 5 m, bis auf die Maitresse springen alle Teilnehmer in die Fluten, der Junior sogar zweimal.

Jetzt ist man nass, ein Kentern würde einen nun auch nicht mehr schocken. Von daher ist der Zweck der Mutprobe erfüllt. Nach sieben Kilometern auf dem teilweise wilden Fluss ist der Spass vorbei und wir werden am Ziel vom Bus abgeholt.

Nun haben wir Hunger. Wie geplant fahren wir ca. 20 km weiter zum Farmers Bistro, einer einzigartigen Pilzfarm auf Island. Hier wird alles mit Pilzen zubereitet, am Buffet spiegelt sich die ganze Vielfalt wieder. Sehr zu empfehlen.

Zwei Kilometer weiter befindet sich die Secret Lagoon, die sich als Alternative zur oft überfüllten Blauen Lagune anbietet. Die Anzahl der Besucher ist hier wirklich erträglich, das schwefelhaltige Wasser hat eine Temperatur von ca. 38-40° C. Trotz Schwimmverbot paddeln mal wieder einige Asiaten durch das Wasser. Na ja, wer Verbotsschilder auf Englisch lesen kann, ist klar im Vorteil. Auch der Hinweis, dass in Island nackt zu duschen ist, wird nicht von allen befolgt. Nach gut einer Stunde im heissen Wasser wird es Zeit, den Pool zu verlassen, sonst läuft man doch Gefahr, den Kreislauf zu überanspruchen.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg nach Reykjavik. Teilweise haben wir den Golden Circle bereits im Vorjahr bei unserem letzten Island-Besich mit AIDAcara befahren.

In Reykjavik angekommen, lassen wir den Junior wegen allgemeiner Müdigkeit und Erschöpfung im Appartement und wir machen uns noch einmal auf den Weg, um die Stadt letztmalig zu erkunden.

Wir fotografieren noch einmal das Opern- und Konzerthaus Harpa mit seinen tollen Farbspielen, bestaunen die Sunvoyager an der Seepromenade, eine Bootsskulptur aus Edelstahl und laufen dann noch einmal die Laugavegur hinunter, die Main Shopping Street von Reykjavik. In einer Bar nehmen wir einen letzten Absacker, dann geht es zurück zum Appartement.

Montag, 5. August 2019 - Island


Um 9.00 Uhr verlassen wir unser Domizil in Reykjavik in Richtung Nordwesten. Ziel ist Olafsvik auf der Halbinsel Snaefellsnes, dort haben wir das nächste Appartement gebucht, die Entfernung beträgt ca. 250 km.

Vorher frühstücken wir aber noch im gerade eröffneten Cafe Aleppo, das wirklich sehr zu empfehlen ist. Der Inhaber weist zwar freundlich darauf hin, dass man noch am Einräumen ist, doch Kaffee und Croissants sind bereits vorhanden, darüber hinaus jede Menge an weiteren Leckereien.

Den ersten Stop auf der Fahrt nach Norden legen wir an einem natürlichen geothermischen Pool ein. Es handelt sich hier um zwei Löcher in der Erde, die ständig mit heissem Schwefelwasser gefüllt werden. Von der Strasse kaum einzusehen, kennen diese Stelle wohl nur Insider. Während unserer Anwesenheit badet dort ein Pärchen nackt im Pool. Da sie immer wieder aus dem Wasser herauskommen und nackt in die Gegend schauen, erinnert das an Gazellen, die in der Savanne ständig nach Löwen Ausschau halten.

Die Fahrt geht weiter. Nack kurzer Zeit sehen wir auf der rechten Seite der Route 54 die Gerðuberg Cliffs. Es handelt sich hier um unter Naturschutz stehende Klippen aus einem grobkörnigen Basaltgestein. Die in der Landschaft stehenden Klippen sehen etwas unwirklich aus und erinnern an Filmszenen aus "Herr der Ringe".  Nichtsdestotrotz erklimmen wir die Klippen und schauen von oben auf die herrliche Landschaft.

Der nächste Stop auf der Fahrt nach Olafsvik ist Ytri Tunga Beach. Hier ruhen in den Sommermonaten auf dem Strand vorgelagerten Steinen Kegel- und Ringelrobben. Den Tieren darf man sich bis auf 50 m nähern, sie sind an Menschen anscheinend gewöhnt und lassen sich erst aus der Ruhe bringen, wenn der Mensch näher herankommt. Das ist auf den mit Algen überwachsenen Steinen gar nicht so einfach. Trittfeste Schuhe sind hier ein Muss. Dennoch versuchen es Leute mit Adiletten und Omas mit Wanderstöcken immer wieder. Da kann man nur sagen: Hals- und Beinbruch.

Und weiter geht es nach Arnarstapi. Hier sehen wir etwas, was wir bisher noch nicht auf Island gesehen haben. Imbissbuden, Reisebusse und recht viele Menschen. Dies scheint also auch ein beliebtes Ziel für Rundreise-Touristen zu sein, zumal wir wieder einmal mit recht vielen Asiaten konfrontiert werden. Da heisst es für uns immer: Volle Deckung nehmen. Mit ihren Kameras, Smartphones und Tablets vor dem Kopf rauschen sie auf der Suche nach Motiven oft recht rücksichtslos durch die Gegend und kennen weder Freund noch Feind. Warum schauen sie eigentlich immer so ernst in die Kamera, wenn sie fotografiert werden? Können die nicht mal natürlich lächeln?

Arnarstapi war im Mittelalter ein bedeutender Handelsposten auf der Halbinsel Snaefellsnes, heute gewinnt es seine Bedeutung durch eine grosse Seeschwalbenkolonie, die schönen Häuser und die Steilküstenabschnitte. Witzig anzusehen ist die Bárðar Saga Snæfellsáss Statue, die aussieht wie ein grosser Phallus.

Den letzten Stop am heutigen Tag machen wir bei Vatnshellir Cave. Hier handelt es sich um eine Lavahöhle, die man besichtigen kann. Es geht über eine Wendeltreppe 35 m in die Tiefe und ca. 200 m in das Höhleninnere. Wir erwischen um 18.00 Uhr die letzte Tour und bekommen als einzige Teilnehmer eine Privatführung vom netten Guide.

In der Höhle herrschen konstant 5° C, von daher war es sinnvoll, sich etwas wärmer anzuziehen. Es ist stockfinster, der Guide bittet uns darum, die Taschenlampen auszuschalten. Nun ist es so dunkel, dass man wirklich nichts mehr sieht, das ist schon unheimlich.

Zum Ende der Tour bedanken wir uns bei dem Guide und steuern nun Olafsvik an.

Unser gebuchtes Appartement in Olafsvik ist hervorragend eingerichtet und absolut zu empfehlen. Kein Vergleich zu unserer Wohnung in Reykjavik.

Zum Abendessen laufen wir in das nahegelegene Sker-Restaurant, den obligatorischen Absacker im gegenüberliegenden Hraun-Restaurant. Das war ein langer Tag mit wiederum vielen Eindrücken.

Dienstag, 6. August 2019 - Island


Nach Wochen haben wir heute das erste Mal wieder richtig lange ausgeschlafen. Abhängig vom Programm kann Urlaub schon in Stress ausarten.

Wir lassen es heute ruhig angehen, erst um 12.30 Uhr brechen wir auf.

Ziel ist der Wasserfall Kirkjufellsfoss mit dem gegenüberliegenden Berg Kirkjufells. Der Berg wird bezeichnet als der schönste Berg Islands sowie einer der zehn schönsten Berge der Welt. Er sieht aus wie eine Zuckerspitze, nach oben immer schmaler verlaufend. Vom Kirkjufellsfoss, dem Wasserfall, hat man eine herrliche Sicht auf diese Erhebung.

Berühmt wurde der Berg auch als "Pfeilspitzen-Berg" in mehreren Staffeln der Serie "Game of Thrones".

Weiter geht es nach Bjarnarhöfn zum Shark-Museum. In diesem kleinen Museum wird gezeigt, wie der Grönlandhai zum Verzehr produziert bzw. fermentiert wird.

Als Hauptproduzent dieses besonderen Haifleisches haben die Besitzer des Hai-Museums Bjarnarhöfn eine Ausstellung geschaffen, die die Geschichte der hákarl-Produktion mit häufig verwendeten Werkzeugen und Videos, die den Zubereitungsprozess erklären, dokumentiert. Die Besucher erhalten auch einen Rundgang durch die Trockenhallen im Freien, wo Haifischfleischplatten zu sehen (und zu riechen) sind, die von den Sparren hängen.

Wer mutig ist, kann während des Besuches auch ein Stück hákarl mit Brot probieren.

Nachdem wir uns im Museums-Restaurant etwas gestärkt haben, geht es auf der Route 56 weiter in Richtung Sheep's Waterfall.

Dieser Wasserfall liegt vor dem See Selvallavatn am Rande des Lavafeldes Berserkjahraun. Vom Parkplatz aus ist der Wasserfall nicht sichtbar, von daher muss man aufpassen, dass man den kleinen Parkplatz nicht verfehlt. Über einen rutschigen Pfad gelangt man nach unten hinter den Wasserfall von Sheep's.

Den Namen hat er daher, dass sich die freilaufenden Schafe in dieser Gegend bei schlechtem Wetter bzw. Regen hinter den Wasserfall stellen. Wir probieren das auch aus und stellen fest, dass es ein komisches Gefühl ist, direkt hinter dem herabfallenden Wasser zu stehen bzw. daran vorbeizugehen.

Und weiter geht es nordwärts nach Stykkisholmur, einem kleinen Fischerei- und Fährhafen. Im Hafen gönnen wir uns zunächst erst einmal an einem Waffelstand "Belgische Waffeln mit Rahm". Das macht sich auf Island bestimmt gut. Die Waffeln schmecken nicht schlecht und wir wandern Richtung Fährhafen zum Hausberg bzw. der dem Hafen vorgelagerten Basaltinsel Súgandisey. Von hier oben hat man einen schönen Ausblick sowohl auf den Ort als auch auf das Meer. Das Wetter hat sich gut entwickelt, die Sonne scheint, von daher chillen wir ein paar Minuten auf dem Berg.

Nichtsdestotrotz müssen wir weiter, denn wir wollen noch einmal zum Saxhóll Crater, der in ca. 85 km Entfernung in Richtung Olafsvik liegt. Nach gut einer Stunde erreichen wir den Krater, den wir schon auf der Hinfahrt wahrgenommen haben, aber mangels Zeit nicht mehr besichtigt hatten.

Der Krater ist ca. 100 m hoch und über eine eingebaute Treppe mit ca. 400 Stufen sehr gut und schnell zu besteigen. Von oben hat man eine tolle Aussicht auf den Atlantik und die Lavafelder der Halbinsel Snaefellsnes. Der Krater selber ist ca. 35 m tief und nicht so wahnsinnig spannend.

Darüber hinaus überragt natürlich immer wieder in südlicher Richtung der 1.400 m hohe Snaefellsjökull, der vergletscherte Vulkan und berühmteste Berg Islands dank des Romans "Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne.

So geht der Tag langsam zu Ende und wir fahren zurück nach Olafsvik. Das Abendessen nehmen wir heute im Hraun-Restaurant ein. Eine tschechische Serviererin, die es nach Island verschlagen hat, erzählt uns einige Dinge über das Leben hier auf Island. Besonders im Winter, wenn die Tage kaum hell werden, muss es wohl schon recht hart sein.

Mittwoch, 7. August 2019 - Island


Der Urlaub ist nun fast vorbei, der letzte Tag ist angebrochen. Wir packen unsere Siebensachen und verstauen die Reisetaschen im Auto. Gegen 10.30 Uhr verlassen wir unser Appartement in Olafsvik, das wir bestens empfehlen können.

Unser Weg in Richtung Reykjavik führt uns zunächst nach Akranes, das ca. 50 km vor der Hauptstadt liegt. Hier  steuern wir den Hafen und den in Betrieb befindlichen Leuchtturm an. Eine Gedenktafel erinnert an ein Schiffsunglück vor dem Hafen, das in 1905 stattgefunden hat und bei dem 11 Seeleute ertranken. Im Besucherzentrum erklärt uns ein Guide, dass die Seeleute gestorben sind, weil sie nicht schwimmen konnten. Als Konsequenz aus diesem Unglück wurde in Akranes ein Schwimmbad gebaut, in dem die Seeleute im Schwimmen unterrichtet werden sollten. Es klingt schon irgendwie komisch, dass Seeleute nicht schwimmen konnten, aber so war es wohl.

Wir verlassen den Hafen und steuern den Badestrand an, einer von drei Stränden in ganz Island. Wir sehen, dass Kinder im Meer baden, darüber hinaus Duschen am Strand stehen, aus denen permanent heisses Wasser fliesst. Das Oberhaupt und der Junior beschliessen, es den wenigen Badegästen gleichzutun, das Wetter ist verlockend, die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Wer hätte gedacht, dass wir auf Island einmal baden. Nach der heissen Dusche laufen wir in das Meer, das heute eine Temperatur von ca. 10° C aufweist. Ohne vorher heiss geduscht zu haben, wäre es wirklich zu kalt, aber bedingt durch die heisse Dusche vorab ist der kalte Atlantik gut zu ertragen.

Den Nachmittag verbringen wir bei herrlichem Wetter mit Sonnenschein am Strand bzw. auf der Strandpromenade von Akranes. In der Ferne sieht man in ca. 50 km Entfernung Reykjavik, wir beschliessen spontan, am letzten Tag noch einmal richtig gut essen zu gehen. Dazu suchen wir uns das Dreh-Restaurant im Perlan-Museum in Reykjavik aus, wir buchen uns für 17.00 Uhr online ein.

Zu unserem Bedauern dreht sich das Restaurant leider nicht. Ein Kellner erklärt uns, dass der Defekt wohl schon seit längerer Zeit besteht und der Investor bzw. Betreiber kein Geld für die Reparatur hat. Na ja, da kann man nichts machen, die Aussicht von hier oben auf Reykjavik ist dennoch sehr schön und beeindruckend.

Wir nehmen ein leckeres 2-Gang-Menü und einen Dessert zu uns, zum Besuch des Museums reicht die Zeit leider nicht mehr. Das werden wir uns vielleicht bei einem weiteren Islandbesuch einmal anschauen.

Gegen 20.00 Uhr beziehen wir unsere letzte Unterkunft auf Island, das Air Base Hotel in Keflavik direkt am Flughafen.

Am Abend machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Keflavik, das kann man sich aber wirklich sparen. Der Ort ist nicht besonders schön, wir nehmen noch einen letzten Absacker in einer Bar und kehren dann in das Hotel zurück.

Die Nacht wird kurz, gegen 5.00 Uhr heisst es aufstehen, den Mietwagen abgeben und einchecken. Unser Flug nach Zürich startet um 7.20 Uhr, der Bruder, Onkel und Schwager fliegt um 7.50 Uhr nach Hamburg.

Nach fast vier Wochen in New York, Kanada und Island geht der Urlaub nun zu Ende, es war eine schöne und erlebnisreiche Zeit.

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