Schlösser der Loire

Mit dem Wohnmobil entlang der Loire bis zum Atlantik

Dienstag, 8. Oktober 2019 (Zürich - Sochaux - Dole)


Ursprünglich hatten wir diese Reise bereits im April diesen Jahres geplant, ein unerwarteter Spitalaufenthalt des Familienoberhauptes machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Nach unserer Wohnmobiltour mit einem Camper in Irland im letzten Jahr wollen wir es noch einmal versuchen, dieses Mal allerdings mit einer grösseren Variante, gemietet bei McRent in Konstanz.

Den ersten Dämpfer mussten wir bereits bei der Fahrzeugübergabe hinnehmen. Trotz Reservierung eines Wohnmobils mit explizit drei Fahrradträgern war der Camper nur mit zwei Trägern ausgestattet, mehr seien in dieser Variante auch gar nicht buchbar. Na super. Das bedeutete, dass wir das Fahrrad des Juniors im hinteren Teil des Campers aufnehmen und verzurren mussten. Nicht schön, aber aus lessons learned wissen wir nun, dass wir uns beim nächsten Mal die Träger verbindlich vom Vermieter bestätigen lassen. Alternativ nimmt man ein grosses Wohnmobil mit Garage, da hat man zwar keine Platzprobleme, bekommt aber je nach Destination Probleme in engen Strassen oder Gassen.

Nun ist es endlich soweit, aber wir kommen mal wieder später los als gedacht. Das Verzurren der Fahrräder auf dem Wohnmobil dauert länger als geplant, dafür sitzen sie zumindest bombenfest. Um 11.30 Uhr geht es dann endlich los in Richtung Frankreich.

Unser erstes Ziel auf dem Weg in das Loiretal ist das Peugeot-Museum in Sochaux. Das Museum ist wirklich empfehlenswert. Neben allen Fahrzeugen, die Peugeot seit Anbeginn produziert hat, zeigt das Museum auch Ausstellungsstücke wie Motorräder, Fahrräder, Kaffeemaschinen , Waffen etc. Nach 2 Stunden sind wir durch und machen uns auf die Weiterreise.

Unser heutiges Etappenziel ist Dole. Dort steuern wir den Campingplatz nahe dem Fluss Doubs an. Der Platz bietet noch reichlich Wohnmobilplätze, von daher lassen wir uns neben einem Ehepaar aus Coesfeld nieder. Unser Junior freundet sich sofort mit dem Hund Pedro an, ein schwarzer Rüde, dessen Rasse nicht klar ersichtlich ist, eher "Best of Hinterhof". Wir machen die Räder startklar und begeben uns in die schöne Altstadt von Dole. Es ist nicht viel los, aber das Städtchen mit rund 23.000 Einwohnern hat eine wunderbare Altstadt mit einer imposanten Kathedrale.

Zwischendurch kaufen wir in einem Carrefoure-Market ein paar Dinge für den täglichen Bedarf ein, ganz wichtig ist dabei Kaffee (haben wir vergessen) und Klopapier. Unsere Essvorräte im Camper sind recht überschaubar, somit beschliessen wir, ein Restaurant zum Abendessen aufzusuchen. Wir lassen uns im Le Local nieder, ein kleines nettes Lokal am Rande der Altstadt. Wir essen jeweils einen grossen Salatteller mit Fisch- bzw. Fleisch, der Junior bestellt sich ein Fischfilet. Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder im Camper.

Es ist recht mild geworden, wir lesen noch ein bisschen und begeben uns dann die erste Nacht zur Ruhe. Der Junior schläft unten, die Eltern wie es sich gehört oben unter dem Hubdach.


Mittwoch, 9. Oktober 2019 (Dole - Briare - Gien)


Um 4.30 Uhr beginnt es zu regnen, unter dem Hubdach hört man die Regentropfen natürlich sofort. Von daher kann man nicht mehr so richtig schlafen, wir dösen bis 7.30 Uhr vor uns hin. Nach dem Frühstück (Baguettes und Croissants, hatten wir an der Rezeption bestellt) brechen wir gegen 11.00 Uhr später als geplant auf. Unser Ziel für den heutigen Tag ist Orleans, das sind ca. 300 km, die wir zurücklegen müssen.

Wir fahren einen Grossteil der Strecke Autobahn. Unterwegs beschliessen wir, in Briare einen Stop einzulegen, um die Pont-Canal de Briare zu besichtigen. Diese Kanalbrücke über die Loire war bis 2003 die längste der Welt, ein imposantes und architektonisch beeindruckendes Bauwerk.

Es ist schon später Nachmittag, wir beschliessen, bis nach Gien zu fahren und dort auf einem Campingplatz zu übernachten. Der Platz liegt sehr schön direkt an der Loire vis-a-vis dem Chateau de Gien.

Nach Bezug unseres Stellplatzes fahren wir mit den Rädern in das Städtchen, dazu müssen wir lediglich eine Brücke über die Loire überqueren. Entgegen dem ersten Eindruck mit dem schönen Schloss auf der anderen Seite des Flusses sind wir nun von Gien doch etwas enttäuscht. So toll ist es hier wirklich nicht, wir besteigen das Schloss zu Fuss und hoffen zumindest auf eine gute Aussicht. Aber auch diese hält sich in Grenzen, das Panorama ist nicht das, was wir erwartet hatten. Nach einem Rundgang um das Schloss begeben wir uns wieder zu den Fahrrädern und fahren zurück zum Campingplatz. Wir essen zum Abend Baguettes, Käse, Weintrauben, trinken Cidre bzw. Orangina und lassen den Tag ausklingen.


Donnerstag, 10. Oktober 2019 (Gien - Sully-sur-Loire - Orleans)


Unser heutiges Ziel ist zunächst das Chateau de Sully-sur-Loire. Das Wasserschloss erreichen wir nach kurzer Zeit, müssen mit dem Wohnmobil aber einen Stellplatz in ca. 600m Entfernung zum Schloss ansteuern.

Das Schloss macht von aussen einen tollen Eindruck, wir machen einige Fotos und umrunden das Schloss mit dem Burggraben. Im Ort kaufen wir in einer Bäckerei einige leckere Pralinen und essen diese auf der Schlossmauer.

Weiter geht es nach Olivet, einen Vorort von Orleans. Hier soll es nach Recherchen der Maitresse eine grössere Kaffeemaschine geben als die, die zur Standardausstattung des Campers gehört. Die Maitresse wird fündig und wir sind alle glücklich.

Nahe Orleans steuern wir einen Stellplatz direkt an der Loire an, der in den Reiseführern als sehr schön beschrieben ist. Na ja, schön ist immer relativ, dafür ist der Platz preiswert und bietet Strom. Nachdem wir den Platz bezogen haben, machen wir die Räder startklar und fahren mit dem Rad nach Orleans. Die Strecke beträgt ca. 5 km und wir sind recht schnell in der Innenstadt von Orleans. Es herrscht viel Verkehr, von daher stellen wir die Räder beim Kaufhaus Lafayette ab und gehen zu Fuss weiter. Der erste Weg führt in einen Laden, der fast ausschliesslich Olivenöle in allen Variationen anbietet. Danach erforschen wir die Altstadt mit der Kathedrale, steuern einige Kaufhäuser an und essen in einer Bäckerei jeweils ein grosses Baguette und einen Salat. Bevor es dunkel wird, fahren wir an der Loire zurück zu unserem Stellplatz.

Freitag, 11. Oktober 2019 (Gien - Chambord - Blois)


Nach dem Frühstück spielen wir auf dem Stellplatz noch eine Runde Boule. Hier gibt es zwei sehr schöne Bouleplätze, auf denen die Einheimischen nachmittags ihre Boulespiele absolvieren. Es ist immer wieder faszinierend, den Franzosen beim Boule zuzuschauen. Die Ernsthaftigkeit und das Engagement der Mitspieler, ob alt oder jung, ist beeindruckend. Gerade in ländlichen Gegenden gibt es in jedem Dorf einen Boule-Platz.

Gegen 11.00 Uhr starten wir dann in Richtung Chambord. Dort liegt das Chateau Chambord, das sicherlich eines der schönsten, zumindest aber das grösste Schloss des Loiretales ist. Wir steuern den Parkplatz für Wohnmobile an und begeben uns dann zum Ticket-Office. Zur besseren Orientierung im Schloss buchen wir jeweils noch ein Histopad, auf dem das Schloss je nach Standortortung sehr gut erklärt wird. Das Schloss ist beeindruckend, eine Audioführung auf jeden Fall empfehlenswert.

Nach zwei Stunden ist unsere Aufnahmekapazität erschöpft und wir verlassen das Schloss. Im Gartencafe des Schlosses beschliessen wir bei einem grenzwertigen Kaffee als nächstes einen Campingplatz bei Blois direkt an der Loire anzufahren. Nach einem Anruf erfahren wir, dass der Platz nur noch eine Nacht geöffnet ist und wir somit die letzten Gäste sind. Glück gehabt.

Der Platz ist sehr schön gelegen, nach Herrichtung des Campers spielen wir eine Runde Fussball auf dem riesigen Platz. Gegen 17.30 Uhr fahren wir mit den Rädern auf dem Loire-Radweg nach Blois in ca. 3 km Entfernung, der Junior bleibt auf dem Platz zurück und macht seine Hausaufgaben. Blois ist eine lebendige Stadt und mit dem Schloss bietet sie einen tollen Hintergrund. Wir kaufen Käse, Wein und Baguettes für das Abendessen, schauen uns das Chateau de Bois an und fahren mit den Rädern durch die schöne Altstadt. Gegen 19.00 Uhr geht es zurück zum Campingplatz, dort erwartet uns schon etwas ängstlich der Junior.

Bei dem schönen Wetter essen wir draussen zum Abend, begleitet von Heerscharen von Mücken und einer guten Flasche Rotwein aus der Region. Nach dem Essen gehen wir alle noch einmal duschen, wer weiss, wann wir wieder so einen schönen Platz ansteuern.


Samstag, 12. Oktober 2019 (Blois - Cheverny - Brehemont)


Heute morgen müssen wir den Campingplatz um spätestens 11.00 Uhr verlassen, der Platz schliesst den Winter über und wir sind unter den wenigen letzten Gästen.

Es ist sehr neblig direkt an der Loire, die Campingstühle, die wir über Nacht draussen gelassen hatten, sind sehr feucht. Gegen 10.30 Uhr sind wir soweit, dass wir aufbrechen können. Vor dem Platz besuchen wir noch kurz einen Laden, der regionale Produkte und andere Leckereien anbietet. Wir kaufen eine Flasche Wein und einige Gläser Pastete.

Unser nächstes Ziel ist das Chateau de Cheverny, Motiv für die Comics von Tim und Struppi. Wir besichtigen das Schloss, den Garten und die Exposition von Tim und Struppi. Sowohl das Schloss mit der tollen Inneneinrichtung als auch der Garten sind sehr beeindruckend. Beim Verlassen des Schlosses gelangen wir noch zu den Jagdhunden, die hier zur Zucht und Jagd gehalten werden. Aktuell sind es ca. 140 Hunde, die im Zwinger teilweise übereinander liegen und entsprechend riechen. Bei dem Anblick der Hunde kann man sich schwer vorstellen, dass diese schläfrigen und friedlichen Tiere auf der Jagd ein ganz anderes Verhalten an den Tag legen.

Der nächste Campingplatz, den wir ansteuern wollen, hat entgegen unseren Informationen schon geschlossen, hier gibt es nur wieder einen Stellplatz mit Strom, aber ohne Sanitäranlagen. Tours als nächstes Ziel gefällt uns überhaupt nicht, die Stadt ähnelt von weitem einer Trabantensiedlung, wirklich hässlich. Vom avisierten Campingplatz hätten wir einen Superausblick auf ein IKEA-Einrichtungshaus, das können wir auch zu Hause haben.

Somit steuern wir einen recht einsamen Platz bei Brehemont direkt an der Loire an. Der Platz liegt wirklich schön, aber eine Infrastruktur ist nicht vorhanden. Wir haben weder Baguettes noch bekommen wir eine Reservierung im einzigen Restaurant des Ortes. Somit müssen wir abends mit Nudeln und dem restlichen Brot Vorlieb nehmen. Das trübt die Stimmung ein wenig, schade. Die Gegend ist wirklich schön, aber zu dieser Jahreszeit einfach tot. Wir beschliessen zumindest, dass uns so etwas nicht mehr passieren darf. Vor lauter Schlössern sollte man nicht die eigenen Vorräte vergessen.

Sonntag, 13. Oktober 2019 (Brehemont - Villandry - Saumur - Angers)


Der Morgen beginnt mit Wärme, blauem Himmel und Sonnenschein. Der Hausherr bereits fährt um 8.30 Uhr mit dem Fahrrad in das Dorf, um Baguettes und Zigaretten zu kaufen. Weder der Bäcker noch der Tabakladen haben geöffnet, dieser Ort ist wirklich nur tot. Somit reisen wir bereits um 9.15 Uhr ab.

Im nächstgelegenen Ort steuern wir einen Bäcker an, der am Sonntag geöffnet hat. Wir decken uns mit Baguettes und Croissants ein, die Dame des Hauses besorgt sich darüber hinaus noch Zigaretten. Nun ist der Vormittag gerettet und weiter geht es nach Villandry, um dort den berühmten Schlossgarten zu besichtigen.

in der Nähe des Schlosses parken wir auf einem Stellplatz für Wohnmobile und laufen von dort aus zu Fuss zum Ticket Office. Beim Blick in den Burggraben entdecken wir zahlreiche Karpfen, die jeden Besucher, der hinunterblickt, erst einmal mit offenen und wohl auch hungrigen Mäulern anbetteln. Wir haben und geben auch nichts, die Fische werden sicherlich regelmässig gefüttert, bestimmt auch von Besuchern.

Der Garten des Chateau de Villandry ist beeindruckend, wir erforschen jeden Bereich und erfreuen uns an den vielen Pflanzen. Zum Unterhalt der Gärten sind in Villandry 9 Gärtner festangestellt, unglaublich, die leisten aber wirklich ganze Arbeit. Nach ca. 2 Stunden haben wir alles gesehen. Im Café vor dem Schloss gönnen wir uns noch Sandwiches und Crêpes.

Unser nächster Stop ist Saumur mit dem beeindruckenden Schloss hoch über der Loire. Wir parken auf der anderen Loireseite auf einem ausgewiesenen Stellplatz für Wohnmobile und fahren mit den Rädern über die Loirebrücke in die Stadt. Die Altstadt ist zwar eine grosse Baustelle, wirkt aber dennoch sehr schön, klein und beschaulich. Der Weg zum Schloss hinauf mit dem Fahrrad ist indes nicht zu unterschätzen. Oben angekommen hat man eine herrliche Aussicht auf die Stadt und das dahinter liegende Loiretal.

Auf einem Restaurantschiff auf der Loire legen wir im Anschluss einen Stop ein und bestellen uns etwas zu essen. Gegen Abend wird es nun doch merklich kühler, das Wetter schlägt um.

Gegen 17.00 Uhr sind wir wieder am Wohnmobil und machen uns startklar für die nächste Etappe. Ziel ist ein Campingplatz am Lac du Maine nahe Angers. Der Platz ist bei unserer Ankunft gegen 19.00 Uhr bereits geschlossen, aber die telefonische Auskunft bei der Schranke gibt uns Instruktionen, wie wir den Platz per Remote-Steuerung befahren können.

Am nächsten Morgen sollen wir uns dann bei der Rezeption melden, um unsere Reservierung nachträglich zu machen. Wir suchen uns einen schönen Stellplatz auf dem recht leeren Platz aus und verbringen den Abend mit dem Spiel "Phase 10".


Montag, 14. Oktober 2019 (Angers - La Turballe)


Heute morgen wollen wir mit dem Fahrrad nach Angers fahren. Nach Anmeldung in der Rezeption, am Vorabend war bereits geschlossen, sagt man uns aber, dass wir den Platz bis um 12.00 Uhr verlassen müssen, wenn wir keine weitere Nacht verlängern. Von daher parken wir das Wohnmobil direkt vor dem Campingplatz auf einem grossen Parkplatz.

Der Radweg nach Angers führt am Lac de Maine und dem Fluss La Maine nach ca. 6 km in die Altstadt. Wir stellen die Räder vor H&M ab und kaufen für den Junior erst einmal einen Pulli. Danach schlendern wir in der Stadt herum und landen schliesslich im Modehaus Lafayette, wo sich die Dame des Hauses mit einem Overall einkleidet. Zuvor hat sie in einem Schuhgeschäft zugeschlagen und sich modische Gummistiefel zugelegt. Warum entwickeln Männer eigentlich nicht diese Kauflust?

Vor einer Brasserie in der Altstadt übermannt uns der Hunger und wir beschliessen, das Tagesmenü zum Mittag einzunehmen. Gestärkt fahren wir im Anschluss zum Schloss von Angers hoch. Die Aussicht auf die Stadt und den Fluss La Maine ist toll, die Gemäuer des alten Chateau ebenso. Auf dem gleichen Weg, wie wir gekommen sind, fahren wir wieder zurück zum Camper. Kurz vor der Weiterfahrt trifft uns ein heftiges Unwetter mit tornadoähnlichen Ausmassen, das sogar den Camper wackeln lässt.

Unser heutiges Ziel ist zunächst Saint-Nazaire an der französischen Atlantikküste. Wir fahren bei dem schlechten Wetter weitestgehend auf der Autobahn und erreichen unser Ziel nach ca. 2 Stunden. Nicht weit entfernt in La Turballe haben wir einen schönen Campingplatz direkt am Meer ausgeschaut. Vorher decken wir uns noch in einem Carrefoure-Supermarkt ein. Die Rezeption ist bereits geschlossen, nach telefonischer Rücksprache dürfen wir uns aber einen Platz aussuchen und die Reservierung am nächsten Tag vornehmen.

Unser Platz liegt keine 30 m vom Meer entfernt und ist nur durch die Düne und eine Hecke getrennt. Wir schauen uns kurz den Strand an, dann bereiten wir uns das Abendessen. Bedingt durch das mächtige Mittagsmenü in Angers bleibt es heute eher bei einem kleinen Imbiss mit einer Flasche Wein.

Die Nacht im Camper unter dem Hubdach wird etwas laut. Der Wind schlägt permanent gegen das Zeltdach und lässt einen nicht wirklich schlafen. Für die nächste Nacht sind Ohropax angesagt.


Dienstag, 15. Oktober 2019 (Ruhetag)


Heute ist der erste Tag ohne geplante Weiterreise. Wir schlafen lange bis 8.30 Uhr und machen uns dann langsam fertig. Der Plan für heute sieht vor, die Salinen in Guerande zu besuchen. Nach einem kurzen Regenschauer starten wir die knapp 7 km lange Tour bei herrlichem Rückenwind. Es geht schnell voran und nach knapp 30 Minuten sind wir am Ziel.

In der Ausstellung direkt bei den Salinen wird die Geschichte und das Handwerk des Salzgewinnens sehr ausführlich erklärt. Guerande ist weltweit mit seinem Salz bekannt. Im Shop der Ausstellung kaufen wir noch einige Salze, die es hier bedeutend preiswerter als in der Schweiz gibt.

War der Hinweg mit dem Rückenwind noch sehr angenehm, ist der Rückweg bei heftigem Gegenwind recht anstrengend. Zum Glück sind es nur knapp 7 km, die wir absolvieren müssen. In La Turballe angekommen schauen wir uns noch in einem maritimen Bekleidungs- und Ausrüstungsgeschäft um, finden aber nichts, was unserem Konsumwunsch entspricht. Dafür ergattern wir in einem Fischgeschäft, das Fischkonserven aller Art anbietet, leckere Sardinen, die wir nach dem Urlaub sicherlich verspeisen werden.

Auf dem Campingplatz angekommen, trinken wir Kaffee und essen Kuchen, den wir bei einem Bäcker in La Turballe gekauft haben. Im Anschluss gehen der Junior und das Oberhaupt im Schwimmbad eine Runde schwimmen, während sich die Maitresse eine Ruhepause am Strand gönnt.

Gegen 18.00 Uhr holen wir uns an der Bar die Muscheln und Fritten, die wir am Vorabend bestellt hatten. Im Camper führen wir uns diese zu Gemüte, leider fehlt uns heute eine Flasche Weisswein.

Den weiteren Abend verbringen wir ohne Stress mit Hausaufgaben für die Schule und Lesen.


Mittwoch, 16. Oktober 2019 (La Turballe - Ferme de Port Aubry)


Die Nacht war stürmisch und regnerisch, von daher mussten wir unser Hubdach verlassen und zu Dritt im hinteren Teil des Wohnmobils schlafen. Es war eng, aber es war zu ertragen. Der Regen hört nicht auf, das Wetter ist fürchterlich und so beschliessen wir beim Frühstück, unsere Zelte abzubrechen und den Weg Richtung Heimat anzutreten. Die Wetterprognose für die nächsten Tage sagt an der Atlantikküste auch keine Besserung voraus. Bei so einem Wetter macht das Leben im Camper auch keinen Spass mehr.

Gegen 11.00 Uhr sind wir fertig und es geht los. Einmal vollgetankt in La Turballe bewegen wir uns in Richtung Saint-Nazaire, Nantes, Angers, Tours in Richtung Vierzon, dort verlassen wir die Autobahn. Den Plan, in einem Rutsch nach Zürich zu fahren, lassen wir nach knapp 500 km fallen. Unser letzter Stopp ist La ferme de Port Aubry, ein landwirtschaftlicher Betrieb mit einem grossen und sehr gut ausgestatteten Hofladen.

Auf dem Parkplatz vor dem Hof darf man kostenlos übernachten, sogar Strom steht zur Verfügung. Im Hofladen werden wir von einer älteren Dame begrüsst, die um 19.00 Uhr den Laden gerade schliessen möchte, nun aber doch noch etwas verkaufen kann. Wir decken uns mit leckerem Käse, Wurst und einer Flasche Wein ein.

Gemütlich essen wir in der Abgeschiedenheit der französischen Provinz zu Abend und kriechen dann letztmals in die Schlafsäcke. Es regnet leicht, aber nicht mehr so heftig und stürmisch wie in der Nacht zuvor.


Donnerstag, 17. Oktober 2019 (Port Aubry - Zürich)


Nach dem Frühstück brechen wir früh gegen 9.00 Uhr auf, nicht ohne die Ziegen ein letztes Mal fotografiert zu haben. Neugierig schauen Sie durch die offenen Latten in der Scheune und fragen sich wohl, was diese Menschen da auf dem Parkplatz vor dem Hof so treiben.

Im nächsten Intermarche decken wir uns noch einmal mit französischen Delikatessen aller Art ein, bevor wir dann die letzte Etappe anvisieren.

Auf der A6 bzw. A36 geht es an Beaune, Besancon und Belfort Richtung Mühlhausen, dann über Basel nach Zürich.

Nach knapp 2.200 km sind wir wieder zu Hause, etwas früher als gedacht, aber das Wetter hat nicht ganz mitgespielt.

Das Fazit unserer Reise:

Die Schlösser an der Loire sind wirklich sehenswert, wobei uns Villandry mit den herrlichen Gärten am besten gefallen hat. Das Leben im Wohnmobil ist bei schönem Wetter ok, für uns aber auf Dauer zu beengt. Wahrscheinlich muss man dazu geboren sein, wir sind es wohl nicht.


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